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Erfolgsstory

Das „Haus der Wildnis“ in Lunz am See, UNESCO-Weltnaturerbezentrum für das Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal, präsentiert sich als rundum geglücktes Holzvorzeigeprojekt. Zusammengehalten wird die architektonisch anspruchsvolle und technisch aufwendige Konstruktion von SHERPA-Verbindern.

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Kaum gerade Wände, häufig mit Giebeln, die unterschiedlichsten Winkel: Allein das war schon eine Herausforderung. Doch am aufwendigsten war sicher die Dachunterkonstruktion.
Insgesamt hunderte Bauteile, kaum einer davon glich einem anderen.“ Stefan Heigl erinnert sich noch gut an die Zeit, als er mit seinem Unternehmen, der Heigl Holzbau GmbH, maßgeblich daran beteiligt war, das Haus der Wildnis als Besucherzentrum des UNESCO-Weltnaturerbes „Wildnis Dürrenstein-Lassingtal“ zu errichten. Das war zwischen 2019 und 2021, mit einer lockdownbedingten Unterbrechung 2020. Das Haus der Wildnis steht – gleich neben der Kirche – in Lunz am See. Stefan Heigls Unternehmen – Holzbau, Zimmerei und Sägewerk – liegt nur knapp zwei Kilometer vom Haus der Wildnis entfernt. Begonnen hat Heigl vor 20 Jahren als Einmannunternehmen, heute beschäftigt sein Betrieb 20 Mitarbeiter und engagiert sich erfolgreich im gewerblichen, kommunalen und privaten Holzbau. 




















Beim Haus der Wildnis war Heigl für den gesamten konstruktiven Holzbau inklusive der Unterkonstruktion des Dachs verantwortlich. Geplant wurde der Bau von der „Architekten Maurer & Partner ZT GmbH“ mit Büros in Wien, Hollabrunn und Korneuburg. Innenausbau
und Fassaden übernahm die in Lunz am See ansässige Holzbau Strigl GmbH. Alle beteiligten Firmen waren von der Projektträgerin, der „Weltnaturerbezentrum Haus der Wildnis Grundstücksverwaltungs Gesellschaft mbH“, bestehend aus Land Niederösterreich, Marktgemeinde Lunz und NÖ Versicherung AG, eingeladen worden, einen Teil der Leistungen als Sponsoringbeitrag kostenlos zu erbringen. „In unserem Fall war das die gesamte Planung der Holzriegel-Halbfertigteile und der Dachunterkonstruktion“, schildert Heigl.

Die Holzhalbfertigteile seien bereits auf dem Betriebsgelände zusammengebaut und in transportablen Abmessungen zur Baustelle gebracht worden, um dort rasch und effizient zusammengefügt zu werden. Dabei, so Heigl, habe er auf die bewährten SHERPA-Systemverbinder gesetzt. Ausschlaggebend für den Einsatz war die Leistungsfähigkeit des Systems bezüglich der statischen Tragfähigkeit. Außerdem ermöglichte der Einsatz der SHERPA-Holzverbinder aufgrund der optimierten Lasteinleitung bei den Anschlüssen, die Haupt- und Nebenträger in eine Ebene zu legen. Das brachte eine Reduktion der Bauhöhe bei der Deckenkonstruktion. Somit konnte bei gleichbleibender Gesamthöhe mehr Raumhöhe gewonnen werden. Und noch eine positive Eigenschaft des Verbinders ist Stefan Heigl aufgefallen: „Durch das Eingreifen des schwalbenschwanzförmigen Federteils in den Nutteil des Verbinders sind die einzelnen Bauteile schon früh bei der Montage lagesicher. Das erleichtert ein reibungsloses Zusammenfügen der Konstruktionsteile auch bei geringfügigen Toleranzen aus dem Zuschnitt.“

HOLZ VERBINDET

Als kreativer Holz(riegel)bau repräsentiert das „Haus der Wildnis“ in Lunz am See gleich in zweifacher Hinsicht Nachhaltigkeit. Als UNESCO-Weltnaturerbezentrum bringt es seinen Besucherinnen und Besuchern als Museum, Veranstaltungszentrum sowie Restaurant das nur beschränkt zugängliche Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal, den größten „Urwaldrest“ des Alpenbogens, näher. Ein in unseren Breiten einzigartiges Naturdenkmal, das sich durch seine exponierte und schwer zugängliche Lage über Jahrhunderte der Bewirtschaftung entzogen hat. 1875 wurde das Gebiet von seinem damaligen Eigentümer Albert Rothschild erstmals unter Schutz gestellt. 2017 erhielt es den Status eines UNESCO-Weltnaturerbes. Es ist nicht nur ein einzigartiges Naturreservat, sondern unter den Bedingungen des fortschreitenden Klimawandels heute auch eine Art Labor
für die Entwicklung des alpinen Waldund Naturraums. Das „Haus der Wildnis“ ist allerdings auch ein Beleg für die Nachhaltigkeit des Bauens mit Holz. Holz aus heimischen Wäldern ist ein nachwachsender Rohstoff der kurzen Wege. Er steht für Klimafreundlichkeit sowie regionale Wertschöpfung und Arbeitsplätze speziell in von Abwanderung betroffenen ländlichen Regionen. Holz bietet seinen Anwenderinnen und Anwendern Verlässlichkeit über Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte. Der Holzriegelbau, der eine wichtige Rolle bei der Wiederbelebung von Holz als Baustoff spielt, gewährleistet in Verbindung mit intelligenten Brettsperrholz- und Holzverbindungssystemen wie denen der SHERPA Produktgruppe nicht nur Effizienz beim Bau, sondern ermöglicht auch kreative Gestaltungsmöglichkeiten.

Maurer & Partner ZT GmbH“, wurde das „Haus der Wildnis“ ganz bewusst auch als architektonisches Zeichen inszeniert: „Die Positionierung mitten im Zentrum und neben der Kirche verlangt einen harmonischen Umgang mit örtlichen Materialien wie Holz und Stein. Es wurde darauf geachtet, das Gebäude auch von oben als markanten Punkt wahrnehmen zu können. Architektonisch ist es durch die übereinandergeschichtete Dächerkonstruktion ein Blickfang. Fünf asymmetrische Kuben wurden in Längsrichtung ineinandergewoben und formen wie umgestürzte Baumstämme den Innenraum.“ Dass man den modernen Holzbau schließlich auch noch auf die Fundamente eines nicht fertig gebauten Hotelprojekts setzte und damit eine langjährige „Bauruine“ in sensibler Lage in ein Vorzeigeobjekt verwandelte, vervollständigt das Bild der Nachhaltigkeit dieses Holzbaus, der seit seiner Fertigstellung und Eröffnung im Jahr 2021 bereits von vielen Tausend Besucherinnen und Besuchern genutzt wurde.

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